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Öisi Gmeind

Kirchenfenster

Editorial September/Oktober 2017

Erntedankfest

das erinnert mich an meine Jugend. In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg war das Erntedankfest einer der Höhepunkte im Gemeindeleben der EMK. Wenn wir zur Sonntagschule in den Kirchenraum kamen, stürmten wir sofort nach vorne, um den grossen Gabentisch zu bewundern. Ich sehe ihn heute noch, bedeckt mit verschiedenem Obst, diversen Kuchen und bunten Blumensträussen. In der Mitte gab es einen Laib Brot und einen Krug Wasser. Unter dem Tisch lagen Körbe, gefüllt mit dem schönsten Gemüse aus den Familiengärten (Kartoffeln, Rüebli, Tomaten, Zwiebeln, Lauch, etc.). Die Menschen hatten wenig Geld, aber sie brachten das was sie hatten, um Gott für die Ernte zu danken. Die Gaben wurden am nächsten Abend, im Rahmen eines fröhlichen Zusammenseins, verkauft. Das scheint für uns heute paradox. Man hätte doch das Geld direkt in die Kollekte legen können! Der Anlass war jedoch Ausdruck von grosser Dankbarkeit gegenüber Gott, der eine gute Ernte geschenkt hatte. Eine gute Ernte bedeutete, dass man Vorräte für den Winter anlegen konnte, was für das Ueberleben wichtig war.

Die Zeiten haben sich geändert und die wenigsten von uns haben die Möglichkeit, eigenes Obst oder Gemüse anzupflanzen und als Gabe auf den Erntedank-Tisch zu legen. Grund zum danken aber haben wir heute mehr denn je. Mit den folgenden Worten, (Verfasser unbekannt) können wir unseren Dank ausdrücken:

“Gott wir danken Dir!
Du hast uns die Erde gegeben, dass wir sie nützen und bebauen;
Du hast Sonnenschein und Regen, Wind und Tau gegeben.
Du hast die Fische im Wasser und die Tiere des Landes für uns zur Nahrung bestimmt.
Du hast uns Verstand und Einsicht verliehen, damit wir die Gaben der Erde recht nützen können.
Wir danken dir für diese treue Sorge und bitten dich:
Hilf uns, deine Gaben so zu gebrauchen, dass die Erde bewohnbar bleibt als Ort des Lebens.
Gib, dass wir deine Gaben mit allen Menschen teilen.”

Diese “Liste” ergänze ich mit: “Danke für Gesundheit, Wohlstand, Frieden, Freiheit, Freunde, ..”

Ruth Bänziger

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