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Öisi Gmeind

Kirchenfenster

Editorial November/Dezember 2018

Lädt uns die Adventszeit nicht gerade dazu ein, uns und anderen Zeit zu schenken und Platz zu machen für neues Erleben im Glauben?

Beim Aufräumen sind mir geschriebene Texte aus einer früheren Lebensphase begegnet. Es ging um das Thema: Wie gehe ich als Mensch, der aus dem Glauben an Jesus Christus heraus lebt, mit meiner Angst um? Ich habe gestaunt, was für Gedanken mich dabei bewegt hatten. Und es macht mir Mut, heute erneut darüber nachzudenken. Aufräumen hat mit loslassen zu tun. Dazu gehört auch das Loslassen von Furcht.

Wir leben in einer Welt mit vielen Ängsten - und ich ertappe mich dabei, wie auch ich mich oft fürchte. Da höre ich von Erdbeben und erlebe selbst wie die Umwelt sich stark
verändert. Ich lese wie einzelne Machtmenschen ganze Völker tyrannisieren und wie abertausende Menschen auf der Flucht sind. Die Liste liesse sich beliebig verlängern.
Ich kenne aber auch Ängste, die mir noch näher sind: Zum Beispiel die Angst nicht zu genügen oder mich zu blamieren. Die Angst, von der Hilfe anderer abhängig zu werden oder verletzt zu werden. Ich merke, wie Angst mich lähmen möchte und oft viel Raum einnimmt.

In meinen Texten damals habe ich meine Ängste formuliert. Das hat mir geholfen mit Gott im Dialog zu bleiben. So konnte ich meine Ängste bei Ihm deponieren und loslassen. Das hat mich innerlich frei gemacht. Ich möchte dies gerade in dieser Adventszeit wieder neu lernen. Wie den Hirten auf dem Felde gilt auch uns diese wichtige Botschaft:

„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids“ Luk. 2,10

Mit dieser Verheissung wünsche ich allen eine reich gesegnete Adventszeit!
Marianne Hilty

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